{"id":677,"date":"2023-03-20T09:52:40","date_gmt":"2023-03-20T08:52:40","guid":{"rendered":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/?page_id=677"},"modified":"2025-12-19T13:12:47","modified_gmt":"2025-12-19T12:12:47","slug":"planetary-health-diet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/?page_id=677","title":{"rendered":"Planetary Health Diet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>EAT-Lancet 2.0 \u2013 Planetary Health Diet mit erweiterten Grundlagen und neuen Daten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufbauend auf die Erkenntnisse des ersten EAT-Lancet Reports von 2019 liegt nun mit EAT-Lancet 2.0 ein Folgebericht mit erweiterter Perspektive vor. Neben den Aspekten der menschlichen <strong>Gesundheit <\/strong>und der Einhaltung der <strong>planetaren Grenzen <\/strong>bildet <strong>Gerechtigkeit <\/strong>einen zentralen Begriff und eine Erweiterung des Konzeptes und seiner Handlungsempfehlungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gesundheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Ern\u00e4hrungsmodell aus dem Bericht von 2019 bildet nach wie vor einen Referenzrahmen: Eine Vielfalt von m\u00f6glichst naturbelassenen Lebensmitteln \u00fcberwiegend pflanzlicher Herkunft, erg\u00e4nzt von moderaten Mengen tierischer Lebensmittel und mit wenig ges\u00e4ttigten Fetten, Zucker und Salz. , Je nach individuellen, kulturellen und geographischen Voraussetzungen k\u00f6nnen unterschiedliche Ern\u00e4hrungsweisen und -traditionen in diesem Rahmen ihren Platz finden. Eine globale Umsetzung der Planetary Health Diet (PHD) k\u00f6nnte etwa 15 Millionen ern\u00e4hrungsbedingte vorzeitige Todesf\u00e4lle pro Jahr verhindern und eine gesunde Langlebigkeit erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Planetare Grenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle neun planetaren Grenzen wurde erstmals der Einfluss des Ern\u00e4hrungssystems im Bericht quantifiziert. Zugleich wurde ein sicherer Bereich f\u00fcr den Anteil des Ern\u00e4hrungssystems am gesamten menschlichen Einfluss auf das Erdsystem definiert, um die planetaren Grenzen nicht l\u00e4nger zu \u00fcberschreiten bzw zu gef\u00e4hrden. Immerhin ist der Ern\u00e4hrungssektor global betrachtet der wichtigste Treiber f\u00fcr die \u00dcberschreitung der planetaren Grenzen. F\u00fcr f\u00fcnf der sechs bereits \u00fcberschrittenen planetaren Grenzen ist der Ern\u00e4hrungssektor entscheidend verantwortlich:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Der S\u00fc\u00dfwasserverbrauch, bei dem die globale Landwirtschaft der wichtigste Treiber ist<br>&#8211; die Stoffkreisl\u00e4ufe von Stickstoff und Phosphor, die fast ausschlie\u00dflich die Landwirtschaft betreffen: Hier wird die Notwendigkeit eines globalen N\u00e4hrstoffmanagements und die Schaffung von funktionierenden Stoffkreisl\u00e4ufen sehr deutlich. Die global sehr unterschiedliche Verteilung dieser beiden N\u00e4hrstoffe verursacht Mangel auf der einen und \u00dcberd\u00fcngungsprobleme auf der anderen Seite.<br>&#8211; der Gebrauch neuer Substanzen, der aufgrund von zu wenig Forschung kaum einzugrenzen ist, betrifft ebenfalls massiv den Ern\u00e4hrungssektor: von Pestiziden \u00fcber Plastik bis zu Antibiotika.<br>&#8211; Der globale Biodiversit\u00e4tsverlust wird gr\u00f6\u00dftenteils von der Landwirtschaft verursacht.<br>&#8211; Landnutzungs\u00e4nderungen, insbesondere Entwaldung, werden ebenfalls haupts\u00e4chlich von der Landwirtschaft verursacht und haben zugleich einen massiven Einfluss auf Biodiversit\u00e4t und Klima. Daher ist ein sofortiger Stopp derartiger Landnutzungs\u00e4nderungen erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die folgende, aus dem Bericht entnommene Grafik veranschaulicht die planetaren Grenzen und den Anteil des Ern\u00e4hrungssektors an ihrer \u00dcberschreitung.<\/p>\n\n\n\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"783\" class=\"wp-image-855\" style=\"width: 580px;\" src=\"http:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik.jpg 1353w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-222x300.jpg 222w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-759x1024.jpg 759w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-768x1036.jpg 768w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grafik-1138x1536.jpg 1138w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gerechtigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Aspekt des Berichtes, die Bezugnahme auf Gerechtigkeit, umfasst die Begriffe Verteilungsgerechtigkeit, repr\u00e4sentative Gerechtigkeit und <em>recognitional justice<\/em>, was sich evtl mit \u201eAnerkennungsgerechtigkeit\u201c \u00fcbersetzen lie\u00dfe und sich auf Gerechtigkeit f\u00fcr alle sozialen Gruppen in einer Gesellschaft bezieht. Der Begriff \u201eVerteilungsgerechtigkeit schlie\u00dft au\u00dferdem ausdr\u00fccklich die intergenerationelle Gerechtigkeit, also die Einbeziehung der Rechte kommender Generationen, mit ein. Wichtig ist au\u00dferdem, dass alle drei Gerechtigkeitsbegriffe sowohl innergesellschaftlich, als auch international und global angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als verbindender Rahmen werden hierbei die drei Menschenrechte mit direktem Bezug zur Ern\u00e4hrung, also das Recht auf Nahrung, das Recht auf eine gesunde Umgebung und das Recht auf annehmbare Arbeit herangezogen. F\u00fcr fast die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung sind diese Rechte nicht gesichert. Zugleich bewirkt die Ern\u00e4hrungsweise der reichsten 30 % der Weltbev\u00f6lkerung mehr als 70 % der Umweltbelastungen des gesamten Ern\u00e4hrungssystems. Daran zeigt sich die ungleiche Verteilung der Vor- und Nachteile des derzeitigen Systems.<br>Zugleich ist Gerechtigkeit sowohl angestrebtes Ziel als auch Voraussetzung f\u00fcr die notwendige Transformation des Ern\u00e4hrungssystems \u2013 beides l\u00e4sst sich nur zusammen entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konkrete Schritte und klare Ziele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um dem angestrebten Ziel einer gesunden Ern\u00e4hrung f\u00fcr alle, innerhalb der planetaren Grenzen und in einem gerechten System, n\u00e4her zu kommen, empfiehlt die Kommission acht Ziele:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die Entwicklung einer Ern\u00e4hrungsumgebung*, die gesunde Ern\u00e4hrung attraktiv, zug\u00e4nglich und erschwinglich macht<br>&#8211; Erhaltung und F\u00f6rderung traditioneller Ern\u00e4hrungsweisen, die zur PHD passen<br>&#8211; eine \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; strenger Schutz f\u00fcr alle noch vorhandenen intakten \u00d6kosysteme<br>&#8211; Ma\u00dfnahmen entlang der gesamten Produktionskette, um Lebensmittelverluste und &#8211; verschwendung zu reduzieren<br>&#8211; Sicherstellung von angemessenen Arbeitsbedingungen<br>&#8211; Gew\u00e4hrleistung einer sinnvollen Interessenvertretung f\u00fcr alle<br>&#8211; Identifikation und Schutz f\u00fcr marginalisierte Gruppen<\/p>\n\n\n\n<p>Unser globales Ern\u00e4hrungssystem ist ein zentrales Bindeglied zwischen den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft. Ver\u00e4nderungen dieses Systems beeinflussen das Wohlergehen von uns allen \u2013 und haben zugleich starken Einfluss auf das Erreichen wichtiger Meilensteine wie dem Pariser Klimaabkommen, den SustainableDevelopment Goals und dem Kunming-Montreal- Abkommen zur Biodiversit\u00e4t. Ohne eine Transformation des globalen Ern\u00e4hrungssystems sind die Biodiversit\u00e4ts- und die Klimakrise nicht l\u00f6sbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund betont der Bericht die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Transformation des globalen Ern\u00e4hrungssystems: Erforderlich sind gut abgestimmte globale Ma\u00dfnahmen und eine beispiellose Ver\u00e4nderung unserer Ern\u00e4hrungs- und Produktionsgewohnheiten. Hierbei ist es wichtig, politische Entscheidungen vor unangemessenem Einfluss gro\u00dfer Konzerne zu sch\u00fctzen und die wichtige Rolle von Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>*Ern\u00e4hrungsumgebung: Die gesamte \u201eSchnittstelle\u201czwischen Mensch und Ern\u00e4hrungsentscheidungen, von Traditionen und Gewohnheiten \u00fcber Werbung bis hin zum tats\u00e4chlich vorhandenen und zug\u00e4nglichen Angebot an Nahrungsmitteln.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\">Kurze Einf\u00fchrung in die Planetary Health Diet<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2050 werden wir voraussichtlich etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde sein. Um alle nachhaltig und gesund zu ern\u00e4hren, ist eine grundlegende Ver\u00e4nderung unserer Landwirtschaft und Ern\u00e4hrungsweise n\u00f6tig. <br>Einen Weg, wie das gelingen kann, zeigt der Report der EAT-Lancet-Kommission. Er wurde 2019 ver\u00f6ffentlicht und formuliert das Konzept der Planetary Health Diet. Der Kommission geh\u00f6ren 37 Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen und 16 L\u00e4ndern an. Das Ziel der Forscher war es, eine wissenschaftliche Grundlage f\u00fcr einen Wandel des globalen Ern\u00e4hrungssystems zu schaffen. Dabei geht es sowohl um die menschliche Gesundheit als auch um die unseres Planeten \u2013 ern\u00e4hrungsbedingte Krankheiten und dadurch bedingte vorzeitige Todesf\u00e4lle sollen weitestm\u00f6glich vermieden und die planetaren Grenzen der Erde nicht \u00fcberschritten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Ziele zu erreichen, formuliert der EAT-Lancet-Report pr\u00e4zise Vorgaben f\u00fcr die globale Landwirtschaft und f\u00fcr die Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Landwirtschaft bedeutet das, innerhalb eines sicheren Bereichs bez\u00fcglich der relevanten planetaren Grenzen zu wirtschaften. Es gibt sechs Faktoren, von denen unsere Ern\u00e4hrungsversorgung abh\u00e4ngt: Wasser, Land, biologische Vielfalt, Klima, Stickstoff und Phosphor. F\u00fcr jeden Faktor schlagen die Wissenschaftler Grenzen vor, innerhalb derer die globale Lebensmittelproduktion in Zukunft agieren sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die notwendigen Ver\u00e4nderungen fasst Professor Johan Rockstr\u00f6m, Direktor des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung und Co-Leiter der EAT-Lancet-Kommission folgenderma\u00dfen zusammen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Unsere Definition von nachhaltiger Lebensmittelproduktion setzt voraus, dass wir die Landnutzung nicht ausweiten, dass wir die existierende biologische Vielfalt erhalten, den Wasserverbrauch reduzieren und verantwortungsvoll mit Wasser umgehen, die Schadstoffbelastungen durch Stickstoff und Phosphor erheblich einschr\u00e4nken, die CO2-Emissionen auf Null senken und keine weitere Zunahme der Emissionen von Methan und Stickoxiden verursachen. Es gibt zwar kein Wundermittel, um sch\u00e4dliche Produktionspraktiken zu bek\u00e4mpfen, aber indem ein sicherer Bereich f\u00fcr Ern\u00e4hrungssysteme definiert wird, kann eine Ern\u00e4hrungsweise identifiziert werden, die die menschliche Gesundheit und die \u00f6kologische Nachhaltigkeit f\u00f6rdert.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein neues Ern\u00e4hrungssystem zu entwickeln und durchzusetzen, sei eine gewaltige Aufgabe, sagt Rockstr\u00f6m. Notwendig sei eine globale Revolution der Landwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnf Strategien f\u00fcr die globale Ern\u00e4hrungswende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anhand von Modellberechnungen kamen die Wissenschaftler der EAT-Lancet-Kommission zu dem Ergebnis, dass die \u201ePlanetary Health Diet\u201c und die definierten Ziele f\u00fcr eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung nur innerhalb der planetaren Grenzen bleiben, wenn gleichzeitig die Lebensmittelabf\u00e4lle halbiert werden. Insgesamt haben die Forscher f\u00fcnf sofort umsetzbare Strategien entwickelt, wie eine nachhaltige Ern\u00e4hrungswende gelingen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Ges\u00fcndere Ern\u00e4hrung f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen sollen zu einer ges\u00fcnderen Ern\u00e4hrungsweise ermutigt werden. Dazu geh\u00f6ren eine verbesserte Verf\u00fcgbarkeit und ein verbesserter Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln, strengere Vorgaben f\u00fcr die Lebensmittelsicherheit und eine Politik, die den Einkauf aus nachhaltigen Quellen f\u00f6rdert. Neben Werbeeinschr\u00e4nkungen und Ern\u00e4hrungskampagnen ist auch die Erschwinglichkeit guter Lebensmittel entscheidend. Andererseits m\u00fcssten sich die durch die Lebensmittelerzeugung verursachten Umweltkosten genauso in den Preisen widerspiegeln wie die Produktionskosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher m\u00fcsste mit h\u00f6heren Lebensmittelpreisen eine soziale Absicherung einhergehen, um sozial benachteiligte Menschen nicht zur\u00fcckzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Qualit\u00e4t und Vielfalt statt Quantit\u00e4t in der Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Fokus der Landwirtschaft sollte weg von hohen Ertr\u00e4gen hin zu einer Vielfalt an n\u00e4hrstoffreichen Nahrungsmitteln gelenkt werden. Statt wenige Kulturen zu f\u00f6rdern, von denen heute ein Gro\u00dfteil an Tiere verf\u00fcttert wird, sollte die globale Agrarpolitik Anreize f\u00fcr Erzeuger schaffen, um nahrhafte, pflanzenbasierte Lebensmittel zu produzieren. Au\u00dferdem schl\u00e4gt die Kommission vor, Programme zur Unterst\u00fctzung vielf\u00e4ltiger Produktionssysteme zu entwickeln und Forschungsvorhaben zu unterst\u00fctzen, die die Qualit\u00e4t der Ern\u00e4hrung und die Nachhaltigkeit erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Landwirtschaft nachhaltig intensivieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Investition in die \u00f6kologische Landwirtschaft ist ein Schl\u00fcsselfaktor. Die Produktion m\u00fcsste aber nicht nur nachhaltiger, sondern gleichzeitig effektiver werden. Zum Beispiel k\u00f6nnten Ernteertr\u00e4ge durch die Verwendung von trockenheitsresistenten Pflanzen und optimierter Bew\u00e4sserung gesteigert werden. Die Bodenqualit\u00e4t k\u00f6nnte durch geeignete Anbaumethoden erh\u00f6ht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Strenge Vorgaben f\u00fcr die Nutzung von Land und Meer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Nutzung von Land und Meeren sollte streng reglementiert werden, um die nat\u00fcrlichen \u00d6kosysteme zu erhalten und gleichzeitig die Lebensmittelversorgung zu sichern. Als Ma\u00dfnahmen schl\u00e4gt die EAT-Lancet-Kommission zum Beispiel vor, intakte nat\u00fcrliche Landfl\u00e4chen zu sch\u00fctzen, Rodungen zu verbieten und degradiertes Land wieder fruchtbar zu machen. Au\u00dferdem sollten 10 Prozent der Meeresfl\u00e4che f\u00fcr die Fischerei gesperrt werden und Aquakulturen langsam wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Lebensmittelabf\u00e4lle halbieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mehrheit der Lebensmittelverluste geschieht in L\u00e4ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen w\u00e4hrend der Lebensmittelproduktion. Die Gr\u00fcnde: schlechte Ernteplanung, fehlender Zugang zum Markt und fehlende Infrastrukturen, um Lebensmittel zu lagern und zu verarbeiten. Eine erh\u00f6hte Investition in Technologien und in die Ausbildung von Landwirten w\u00e4ren hier notwendige Ma\u00dfnahmen. Dagegen ist Lebensmittelverschwendung in L\u00e4ndern mit hohem Einkommen ein Thema, wo sie in erster Linie durch den Handel und die Verbraucher*innen verursacht wird. Empfohlen werden Ma\u00dfnahmen der Verbraucher*innenbildung, zum Beispiel um die Einkaufsgewohnheiten zu \u00e4ndern oder den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum zu erkl\u00e4ren. Auch das Know-how zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln sowie zu Portionsgr\u00f6\u00dfen und zur Verwendung von Resten muss vermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neben diesem Referenzrahmen f\u00fcr die Landwirtschaft beinhaltet das Konzept einen genau ausgearbeiteten Vorschlag f\u00fcr eine gesunde und nachhaltige Ern\u00e4hrung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist bei der folgenden Tabelle, dass sie einen Rahmen bieten will, aber zugleich individuelle und kulturelle Vorlieben im Rahmen der Spannbreiten verwirklicht werden k\u00f6nnen.<br>Zugleich gibt die Kommission selbst zu bedenken, dass diese Ern\u00e4hrungsangaben nicht in allen Teilen der Welt gleicherma\u00dfen umsetzbar sind \u2013 nomadisch lebende Menschen in kargen Weidelandschaften werden z. B. naturgem\u00e4\u00df einen h\u00f6heren Fleischkonsum haben, weil Getreide, Gem\u00fcse etc. bei ihnen nur begrenzt verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Von solchen Ausnahmen abgesehen bietet dieser Rahmen jedoch eine sinnvolle Orientierung.<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"666\" height=\"565\" class=\"wp-image-678\" style=\"width: 666px;\" src=\"http:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.43.06.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.43.06.png 879w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.43.06-300x255.png 300w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.43.06-768x652.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Grafik stellt den gleichen Ern\u00e4hrungsplan etwas anschaulicher dar:<br>Hierbei wurden allerdings Obst und Gem\u00fcse nach Volumen, alle anderen Komponenten nach Kalorienanteil an der Gesamtration dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"453\" class=\"wp-image-681\" style=\"width: 500px;\" src=\"http:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.49.01.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.49.01.png 588w, https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-20-um-09.49.01-300x272.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><sup>Grafik: www.eatforum.org<\/sup><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EAT-Lancet 2.0 \u2013 Planetary Health Diet mit erweiterten Grundlagen und neuen Daten Aufbauend auf die Erkenntnisse des ersten EAT-Lancet Reports von 2019 liegt nun mit EAT-Lancet 2.0 ein Folgebericht mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-677","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=677"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/677\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":871,"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/677\/revisions\/871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/osnabrueckerweltacker.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}