SO SOLL ES SEIN!

Es ist unglaublich, aber wir sind erst seit fünf Wochen auf der Fläche und es ist schon so viel passiert und die Ideen purzeln nur so!

Umgeben und unterstützt von etlichen wohlwollenden und netten Menschen haben wir die in sechs Abschnitte aufgeteilte Ackerfläche mit Saatgut bestückt und bepflanzt.
Das Fruchtfolge-Wechselmodell der Ackerstücke haben wir etwas an die
Gegebenheiten vor Ort angepaßt, damit auch ein optisch schöner Eindruck entsteht.

Auf einem Stück befinden sich Futter- und Gründüngepflanzen, Öl- und
Faserpflanzen und einige Exoten „zum Kennenlernen“, wie z. B. Tef, ein
äthiopisches Nationalgetreide, Quinoa oder Hirse- und Amaranthsorten.
Auf der Fläche daneben befindet sich ein hier gängiges Grundnahrungsmittel: jede Menge Kartoffeln!
Fläche Nummer 3 beherbergt Frucht- und Gemüsepflanzen, zum gegenseitigen Wohlergehen gepaart mit Eiweißpflanzen wie diversen Bohnensorten, Erbsen, Linsen und Kichererbsen in hell und schwarz.
Auf dem vierten Beet werden verschiedene Getreide-sorten vorgestellt;
Hier sollen bald die spannenden „Flächenbuffets“ entstehen, die z. B. einen Teller Nudeln mit Tomatensoße in den dazu benötigten realen Pflanzen und ihrem Flächenbedarf abbilden.
Auf dem fünften Beet wachsen viele Wurzel- und Blattgemüse, wie z. B.
Möhren, Zwiebeln, Spinat und Salate, Schwarzwurzeln und Pastinaken und Beten in bunten Farben.
Die letzte Fläche beherbergt viele Kohlsorten, die auch den Dohlen und
Tauben sehr gut schmecken und die nun mit Flatterbändern geschützt
wurden. Vielleicht bekommen wir noch eine Vogelscheuche? Auch das
Kräuter- und Heilpflanzenbeet ist hier untergebracht.
Oberhalb und unterhalb der Flächen gibt es Blühsteifen, für die es schon
Ackerpatinnen gibt! Jeder kann für 20 Euro pro Quadratmeter Ackerpat*in werden und der Fläche bei der Entwicklung zusehen! 😉
Hierzu gibt es in Kürze nähere Infos.

Wir arbeiten an der „Ackerausstellung“, die mit ihren Schildern vieles
gut erklären wird.

Gestern war reges Treiben auf dem Acker und etliche gern gesehene Helfer waren zum wiederholten Mal dabei!
Zum Glück haben wir inzwischen einen Wasseranschluß und der Gießdienst wurde eingeteilt.
Sehr gefreut haben wir uns auch über nette Angebote wie Kuchen backen und Kaffee ausschenken, etc.! 🙂

Angekündigt hat sich Letitia vom Kollektiv Kaffee Libertad in Hamburg
(deren guten Kaffee wir auch auf dem Acker gerne weiter geben!), die
bald über das Kollektiv und die Kaffeeanbaubedingungen in Mexiko
berichten wird.

Bald kommt eine Infoplane an die „orange Ackerzentrale“, auf der wir
über Anstehendes und Aktuelles als Ergänzung zur Homepage direkt vor Ort informieren wollen.

Gestern war die lokale Zeitung NOZ mit einem Reporter und einem
Fotografen vor Ort, ebenso Vertreterinnen der Sparkassenstiftung die unser Projekt finanziell fördert.
Wir sind gespannt!

Wir vom Ackerkernteam sind k.o. aber glücklich!
So kann es weiter gehen!



Aktuelles vom Acker

Jeden Tag tut sich was Neues!

Der größte Teil unserer Ackerfläche ist inzwischen bepflanzt und eingesät. Zahlreiche Kartoffel- und Getreidesorten und die verschiedensten Gemüse und Blumen fangen an zu wachsen und freuen sich auf wärmeres Wetter.
Auf manche besonderen Sorten wie knolligen Sauerklee (Oxalis tuberosa), der rötliche essbare Knollen bildet, chinesischen Keulensalat (Latuca sativa var. Angustana), grünen Hokkaidokürbis (Curcubita maxima), süßen roten Erdbeermais (Zea mays convar. microsperma), die bis zu 30 kg schwer werdende Einmachmelone (Citrullus spec.) und viele mehr sind wir selbst sehr gespannt! Und inzwischen haben wir den Boden unseres neuen Ackers auch bei kräftigem Regen kennengelernt: schwer und lehmig – auch hier sind wir gespannt, welche Sorten aus unserer Nutzpflanzenvielfalt damit besonders gut zurechtkommen werden.
Und da uns immer wieder die Frage gestellt wurde, ob unsere Zukunftsvorstellung so aussieht, dass jeder Mensch dieser Erde 2000m2 selbst bewirtschaften soll: Klares Nein! Bei aller Begeisterung fürs Gärtnern halten wir Kooperationen und Arbeitsteilungen und z. B. Modelle wie solidarische Landwirtschaft für sinnvoll. Unser Fokus auf genau 2000m2 dient der Veranschaulichung der globalen Verhältnisse. Und wir wollen ein Diskussionsort sein: was können wir machen (lassen) auf unseren persönlichen, über die Erde verteilten 2000m2, was läßt eine lebenswerte Zukunft gedeihen? Und was eher nicht? Wo liegen „meine“ 2000m2 überhaupt? Wie viel davon regional, in Europa, in Übersee? Wer macht darauf was und zu welchen Bedingungen? Welche Einflußmöglichkeiten habe ich darauf als einzelner Mensch? Darüber wollen wir beim Säen, Pflanzen, Jäten und Ernten mit Euch ins Gespräch kommen und die bestmöglichen Wege für uns und eine lebenswerte Zukunft finden.
Wie bereits angekündigt ist jeden Donnerstag ab 14 Uhr unser neues Eingangstor offen für alle bereits Begeisterten und Neugierigen! Aber auch außerhalb dieser Zeit könnt ihr sehr gerne vorbeikommen und (nach Absprache und gemäß den Corona-Beschränkungen) mit anpacken. Im Moment gibt es viel Verschiedenes zu tun – sowohl gärtnerisch als auch handwerklich Interessierte sind herzlich willkommen bei uns!

Bis bald auf dem Acker!

Der Osnabrücker Weltacker ist umgezogen!

Und das, als wir schon mitten im Saisonstart waren!

Die Fläche, mit der wir uns seit mehr als einem halben Jahr
konzeptionell beschäftigt hatten, für die wir Flyer und Visitenkarten
haben drucken lassen, auf der wir uns regelmäßig getroffen haben und bereits einen Wildzaun gesetzt hatten, wo wir gutes Feedback der
Anwohner hatten, …. ist uns mehr als kurzfristig zu Beginn der
Gartensaison gekündigt worden.
Der Grund dafür sind verkrustete Strukturen der Landwirte untereinander, was Flächenabhängigkeiten und Wegerechte betrifft.
Die umliegenden Landwirte befürchten zu viel Unruhe durch den
Weltacker, ohne uns die Chance zum direkten Austausch mit Ihnen
gegeben zu haben!

Aber wer hat schon mal grundlegende Veränderungen ohne Unruhe erlebt? Wir nicht…

 Und Veränderungen brauchen wir: In der Landwirtschaft, in unserem Konsum, in den globalen Handelsbeziehungen…eigentlich fast überall!

Wir fangen damit schon mal an:

Jetzt an unserem neuen Standort am Osnabrücker Westerberg, Ecke Händelstraße/Carl-Cromme-Weg. Dort gestalten wir ab sofort unseren 2000m²-Schauacker und die dazugehörige Ausstellung. Veranstaltungen wird es geben, sobald die Pandemie das erlaubt.

Zuerst ziehen wir einen Wildzaun, weil wir nicht nur Rehfutter anbauen wollen. Dann kommt unser Bauwagen – eine Schönheit ist er noch nicht, aber das kann ja noch werden….

Anschließend legen wir Flächen an, säen und pflanzen. Über die aktuellen Fortschritte könnt ihr euch direkt auf dem Acker oder hier auf unserer Seite informieren.

Die erneute Flächensuche und der Umzug mit dem organisatorischen
Hintergrund und aller neuen Genehmigungen hat viel Zeit und Kraft
gekostet und war ein Wettlauf gegen die Zeit des Saisonstarts.
Jetzt sind wir Landwirt Thomas Kemna vom Hof Muesenberg an der
Caprivistrasse sehr dankbar!  Für das Vertrauen das er kurzfristig in uns und unser
Projekt gesetzt hat und vor allem für die Zurverfügungstellung eines
schönen, zentral gelegenen Ackers!

Ab sofort werden wir häufig  auf dem Acker anzutreffen sein,
regelmäßig donnerstags ab 14 Uhr stehen unsere Pforten offen……. mit Corona-konformem Abstand erklären wir gerne, was wir vor haben und wie es bei uns weitergeht.

Bis bald auf dem Acker!
Wir freuen uns auf eine spannende Saison mit Euch!

Herzliche Grüße, euer Weltacker-Team

Was ist der Weltacker?

Rund 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde teilen sich etwa 1,5 Milliarden Hektar Ackerland.

Das sind pro Kopf also etwa 2.000m², auf denen alles wachsen muss, was ein Mensch im Jahr verbraucht: Brot, Reis, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Kaffee, Öl, Zucker… aber auch all das Futter für die Tiere, deren Fleisch, Milch und Eier wir verzehren, das vom Acker und nicht von Wiesen und Weiden stammt. Zudem die Baumwolle für Jeans, der Tabak zum Rauchen und obendrein noch Bio-Gas oder Bio-Diesel .

Wie eine solche Fläche für eine einzelne Person im norddeutschen Klima aussehen kann, wollen wir auf unserem Weltacker nicht nur sichtbar, sondern auch begehbar, diskutierbar und essbar machen.

Alles, was unter unseren regionalen klimatischen Bedingungen wachsen kann, bauen wir an. Was hier nicht wächst und trotzdem für notwendig befunden wird (spannende Frage:Was brauchen wir eigentlich wirklich?), muss von woanders kommen. Wie und zu welchen Bedingungen? Auch das wollen wir thematisieren. Dabei hilft uns das internationale Netzwerk der Weltäcker, denn wir sind nicht der erste Acker dieser Art! Der erste Weltacker wurde 2013 in Berlin gegründet. Viele spannende Infos zum Thema Landwirtschaft, Klima und Nachhaltigkeit sind auf der Webseite des Berliner Weltackers unter www.2000m2.eu zu finden.

Auf dem bepflanzten Weltacker wird es eine Ausstellung geben, die jederzeit besucht werden kann. Sie bietet die Möglichkeit, den Weltacker auf eigene Faust zu entdecken –von globalen Zusammenhängen bis zu einzelnen Pflanzen und dem Bodenleben stellt sie den Weltacker vor. Und wie viel Ackerfläche braucht eigentlich ein Teller Spaghetti mit Tomatensoße? Mehr oder weniger als eine Portion Schnitzel mit Bratkartoffeln? Auch das könnt Ihr hier herausfinden!

Darüber hinaus werden wir, sobald die Pandemie es zulässt, Veranstaltungen zu verschieden Themen aus den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, fairer Handel etc. anbieten, für Schulklassen und andere Gruppen ebenso wie für interessierte Einzelpersonen.

Ein detailliertes Veranstaltungsprogramm wird auf dieser Seite zu finden sein, sobald absehbar ist, daß wieder Veranstaltungen möglich sind!

Es ist möglich, mit 2.000 nachhaltig und für Mensch und Umwelt fair bewirtschafteten Quadratmetern ein gutes und gesundes Leben zu gestalten – wir wollen ausprobieren, wie! Und wir freuen uns auf Euch als Besucher*innen, Mitmacher*innen, kritisch nachfragende, experimentierfreudige Mitgestalter*innen!

Herzliche Grüße,

euer Weltacker-Team